Ich hatte in den letzten Monaten häufig über das Thema LDL wie auch Gesamtcholesterin geschrieben und dass vor allem LDL kein guter Vorhersagewert für eine koronare Herzerkrankung ist. Auf der Suche nach einem einfachen Wert, den man am besten auch zu Hause messen kann, bin ich auf den Blutzuckerwert aufmerksam geworden. Und zwar nicht nur morgens nüchtern gemessen, denn da kann der Wert noch sehr lange als normal erscheinen, sondern zwei Stunden nach einer Mahlzeit, so wie es die Forscher um James O’Keefe gemessen haben. Schauen wir uns einige interessante Ergebnisse aus der Studie an:



Was wir hier sehen, ist die Auswirkung auf unsere Gefäße in Abhängigkeit vom Blutzuckerspiegel, den man zwei Stunden nach einer Mahlzeit misst. Wenn Ihr Blutzucker zwei Stunden nach einer Mahlzeit noch zwischen 124 und 140 mg/dl liegt, so haben Sie ein 58 Prozent höheres Sterberisiko. Und das liegt, wie man an der Grafik sieht, mit daran, dass man sich seine Gefäße verletzt durch die hohen Blutzuckerspitzen. Denn was die Forscher auch gemessen haben, ist der oxidative Stress nach diesem Glukosetest:



Und hier sieht man ebenfalls einen linearen Zusammenhang zwischen dem im Körper ausgelösten oxidativen Stress und der Höhe des Blutzuckerspiegels.

Diese Ergebnisse kommen natürlich nicht überraschend, da man diese Auswirkungen eben auch an meinem Lieblingsblutwert Insulin erkennt. Denn was genau bedeutet es, wenn der Blutzucker nach zwei Stunden noch mit 140 mg/dl erhöht im Blut gemessen wird? Es bedeutet, dass Ihr Körper nicht mehr so gut auf Insulin reagiert und wenn man Insulin in diesem Moment mit messen würde (der sogenannte Kraft-Test), dann würde man sicherlich sehen, dass der Insulinwert exorbitant hoch ist im Vergleich zu Personen, die nach zwei Stunden einen normalen Blutzuckerwert haben.

In der Studie werden dann auch noch verschiedene Tipps gegeben, wie man die Blutzuckerspitzen abmildern kann und einige dieser Tipps hatte ich Ihnen vor zwei Jahren in einer News vorgestellt (https://www.strunz.com/news/ein-kleidchen-fuer-die-kohlenhydrate.html). In der Studie wird sehr anschaulich der Effekt von Apfelessig dargestellt, den man vor der Mahlzeit zu sich nimmt:



Wie man sehr schön sieht, steigt der Blutzuckerspiegel deutlich weniger an, wenn man vorweg eine kleine Menge Apfelessig getrunken hat. Ich würde aber generell dazu raten, die Menge an Kohlenhydraten an seinen Körper anzupassen, so dass erst gar nicht hohe Blutzuckerspitzen entstehen. Zum Abschluss ein kleiner Blick in meine Werte, da ich nun seit zwei Jahren wieder ca. 100 bis 120 Gramm Kohlenhydraten am Tag zu mir nehme. Zwei Stunden nach dem Frühstück mit 40 Gramm Kohlenhydraten vom Hafersauerteigbrot liegt mein Blutzuckerwert weit unter 100 mg/dl. Und das ganz ohne Apfelessig.


Quelle: Dietary Strategies for Improving Post-Prandial Glucose, Lipids, Inflammation, and Cardiovascular Health, James H. O’Keefe et al., 2008, DOI: 10.1016/j.jacc.2007.10.016



Über den Autor:


“Robert Krug beschäftigt sich seit 2016 intensiv mit dem Thema Gesundheit und Ernährung im Hinblick auf die Biochemie des Menschen. Seit 2019 veröffentlicht Robert Krug Bücher zu den Themen genetisch korrekte Ernährung und zur ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Doch lassen wir ihn selbst einmal zu Wort kommen, wie er seinen Weg zur Biochemie gefunden hat:

"Ich liebe es, Probleme zu lösen. Das wird mit ein Grund dafür gewesen sein, dass ich 1994 Wirtschaftsinformatik studiert und warum ich leidenschaftlich gern Software programmiert habe. Mein Weg zur ganzheitlichen Medizin erfolgte aus der Not heraus, da ich in 2016 selbst erkrankte und von der Schulmedizin leider keine Hilfe bekam. So fing ich an, mich Stück für Stück mit meinen Problemen zu beschäftigen und zu lesen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Also das gleiche Vorgehen wie bei der Arbeit. Das war sozusagen der Start für mein inzwischen leidenschaftliches Interesse an der Biochemie und somit der Start meiner Reise." ”