Kalorien zu Grabe tragen
Auf jeder Lebensmittelverpackung stehen sie: Kalorien! Die meisten Menschen halten Kalorien für ein gutes Maß. Nur wenige wissen, wie Kalorien überhaupt berechnet werden. Zum Glück gibt es inzwischen einige Wissenschaftler, die Kalorien hinterfragen.
Aber zuerst eine kurze und etwas vereinfachte Erklärung, wie Kalorien berechnet werden: Um die Kalorienzahl zu bestimmen, wird eine bestimmte Menge eines Lebensmittels in eine Glasflasche mit rundem Bauch gefüllt und leicht angezündet. Diese Glasflasche wird in Wasser gestellt. Die Temperaturerhöhung des Wassers ergibt die Kalorienzahl. Das hat aber nichts damit zu tun, wie die Nahrung im Körper zum Aufbau neuer Strukturen oder zur Energiegewinnung genutzt wird.
Da Holz wunderbar brennt, müsste es einen sehr hohen Kalorienwert haben. Hat es aber nicht. Der Grund: Holz ist kein Lebensmittel und deshalb wird der Brennwert von Holz auch nicht in Kalorien angegeben.
Nun zu der Studie, die das Kalorienzählen generell, aber auch bei der Gewichtskontrolle und beim Abnehmen in Frage stellt:
Übergewichtige, jedoch sonst gesunde Erwachsene bekamen entweder ein kohlenhydratreiches und fettarmes oder ein kohlenhydratarmes und fettreiches Frühstück mit exakt gleicher Kalorienzahl. Die Probanden mussten angeben, wann sie wieder Hunger verspürten und wie stark dieser war. Außerdem wurden ihr Glukose- und Insulinspiegel gemessen.
Trotz exakt gleicher Kalorienzufuhr hatten die Probanden der Gruppe mit dem kohlenhydratreichen und fettarmen Frühstück viel schneller wieder Hunger als die der anderen Gruppe. Außerdem war ihr Hunger größer. Die Wissenschaftler führen dies auf den starken Anstieg und den anschließenden starken Abfall des Insulinspiegels zurück. Nach einer kohlenhydratarmen und fettreichen Mahlzeit hingegen steigt der Insulinspiegel viel weniger an und fällt auch weniger stark ab. Dies wirkt sich positiv auf das Sättigungsgefühl aus.
Es kommt also nicht auf die Kalorienzahl an, sondern darauf, was die Nahrung im Körper bewirkt.
Quelle: Chandler-Laney PC, Morrison SA, Goree LL, et al. Return of hunger following a relatively high carbohydrate breakfast is associated with earlier recorded glucose peak and nadir. Appetite. 2014;80:236-241. doi:10.1016/j.appet.2014.04.031
Über die Autorin:
"Dr. Kristina Jacoby arbeitet seit 2014 Dr. U. Strunz bei der Erstellung seiner Bücher zu. Besonders fasziniert ist sie von den physiologischen Abläufen im Organismus sowie den Möglichkeiten diese mit Lebensstilveränderungen positiv zu beeinflussen.
Physiologie und Genetik waren ihre Schwerpunkte in ihrem Biologie-Studium, welches sie 2002 abschloss. Von 2004 bis 2010 studierte und promovierte sie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seit 2008 beschäftigt sie sich intensiv mit Meditation und praktiziert täglich.
Das sagt sie selbst zu Ihrer Tätigkeit:
„Jede Krankheit basiert auf Schieflagen im Organismus, die man aufspüren und verändern kann. Davon bin ich überzeugt. Mittlerweile gibt es etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das bestätigen. Leider ist das Wissen noch nicht in den Arztpraxen angekommen. Daher möchte ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen von diesen Möglichkeiten der Heilung erfahren und in die Lage versetzt werden, sie umzusetzen.“"